Warum?

So wie vielleicht auch Sie kenne ich jemanden, der, fortgerissen von schön- und wohlklingenden Klischees, in eine lichtvolle Parallelwelt abdriftete. Taub für alle Zurufe von außen, unerreichbar für Verwandte und Freunde.  Man konnte nur zusehen, wie das Bizarre unaufhaltsam seinen Lauf nahm. Jedes Tun, jede gutgemeinte Intervention besorgter Angehöriger machte alles nur noch schlimmer. Und so war es mein eigenes Unvermögen, zu helfen, das einen ungeahnten Wissensdurst in mir nährte. Ich wollte verstehen, welche Dynamiken dahinterstehen, wollte wissen, welche Sogkräfte hier wirken und welche Leute mit Derartigem ihr Geld verdienen. Spirituelles_Massenpublikum
Und dann passiert’s. Sie beschäftigen sich mit einer Sache intensiv und irgendwann kippen Sie rein. Irgendwann sitzen sie selbst bei einem Engelsfestival, mit Harddisc-Recorder, Mikrofon und Kamera. Sie entwickeln ein unbändiges Mitteilungsbedürfnis, denn was sie dort erleben, schreit förmlich zum Himmel. Und ehe sie sich versehen sitzen sie zuhause. Zwei Bildschirme und einen 266x100cm Norden-Esstisch voller Flyer, Kataloge, Amulette und Sprays – Engels-Sprays wohlgemerkt. Sie können nun nicht mehr zurück. An Ihnen nagt ein beklemmendes Gefühl, denn Sie wissen nun schlichtweg zuviel. Sie haben schon alles probiert, Urlaub machen, Bier trinken, Meditieren oder eine sonstige Form des Loslassens. Aber dieser klobige Elefant steht mitten in ihrer Wohnung. Und von alleine geht dieser nicht mehr weg. Außerdem versperrt er ihnen die Sicht auf die wundervollen Tiroler Berge da draußen.
Es bleibt Ihnen nichts anderes übrig. Sie greifen zur Machete, beginnen das Ungetüm zu filetieren. Hieb um Hieb und Stück für Stück.
Das Ergebnis dieses Prozesses bekommen sie nun serviert, in Buchform, häppchenweise Seite für Seite. Mein Beweggrund war also purer Leidensdruck. Psychohygiene auf eine ganz eigene Art.

Triebfeder Geld?
Mal ganz unter uns:
Gitarrespielen in der Fußgängerzone ist nicht nur lustiger, sondern auch ungleich lukrativer!

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