Was sagt uns „Kryon“?

„Kryon vom magnetischen Dienst“ markiert in neo-spirituellen Kreisen zweifelsohne das Lichtwesen schlechthin. Als Megastar unter den sog. „Aufgestiegenen Meistern“ unterhält er ein Massenpublikum mit seinen Botschaften aus der  sog. „Welt jenseits des Schleiers“. Channelmedien, Bücherschreiber und Lichtverkäufer aller Art berufen sich sich auf seine heilbringenden Durchsagen und verstehen es blendend, heisse Luft mit Kryons Segen spirituell aufzuladen und gebührenpflichtig unters Volk zu bringen. Angesichts der ungebremsten Nachfrage nach Kryon-Seminaren, Kryon-Sprays und Kryon-Lichtkosmetik drängt sich dabei immer wieder die Frage auf, was uns diese engelhafte Gestalt denn wirklich sagen will.

Nomen est omen könnte man meinen.
Schließlich interpretieren Blogger im Netz den Namen „Kryon“ als Anlehnung an das Wort „Kryale“, welches auf aus Gletschern austretende Fließgewässer verweist. Gut möglich, denn immerhin trägt dieses sagenumwobene Geistwesen ja auch gehörig zur Frequenzerhöhung auf unserem Planeten bei, worauf vielen Anhängern sicherlich wohlig warm ums Herz wird. Kann sein, dass diese Bedeutung dem Wörtchen innewohnt, vielleicht auch nicht. Womöglich verweist „Kryon“ auch auf das christliche „Kýrie eléison“ und seiner unmissverständlichen deutschen Übersetzung, nämlich mit „Herr erbarme Dich“. Der Hirte und seine Schafe – so jedenfalls die Auslegung ein meinem Buch.

Doch was, wenn die Lüftung dieses gut gehüteten Geheimnisses viel näher liegt als ursprünglich angenommen.

Schließlich sollten wir eines bedenken:
Esoterik ist angewandter Glaube. Die Praxis steht vor der Theorie.
Es zählt nicht das Denken, sondern das blinde Tun.
Und so erbreitet sich die heilbringende Kraft auch dieser Wortschöpfung nicht in kühnen Spekulationen, sondern im gelebten Miteinander. Aus Kommunikation erwächst Kommunion, um nicht zu sagen Gemeinschaft (engl. community). Doch dazu muss das Wort erst Fleisch werden, man muss es sozusagen in den Mund nehmen:

K r y o n, unter esoterischen Insidern korrekt ausgesprochen als
„K r a’ j o n“
offenbart nämlich eine nicht zu leugnende Wesensähnlichkeit mit
„c r o y o n s“.
Dieses aus dem Französischen stammende Verb (oder treffender: Tun-Wort) bildet die 1. Person Plural von „c r o i r e“, also von „glauben“ und erweist sich in seiner Aussprache mit dem genannten Lichtwesen nahezu als deckungsgleich.

Wir brauchen hier lediglich noch das fehlende „Wir“, im Französischen „Nous“, voran zu stellen und schon erstrahlt die mystische Aura von K R Y ON
(alias K r a’ j o n) in ihrem vollen Glanz:

Aus K R Y O N wird  (NOUS) C R O Y O N S.

So ist es wohl ein unmissverständliches „W i r  g l a u b e n“, das hier die Community beseelt. Die Wort- wird zur Wert-schöpfung. Wir glauben, einfach des Glaubens willen, an wen oder was auch immer.

-Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt-

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